EZB-Zinserhöhungen schaden dem Mittelstand
"Die jüngsten Inflationszahlen sind alarmierend. Dennoch wäre eine Zinserhöhung der EZB zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht. Die deutsche Wirtschaft kämpft weiterhin mit einer schwachen Nachfrage, zurückhaltenden Investitionen und hohen Kostenbelastungen. Höhere Zinsen würden die Finanzierung von Investitionen zusätzlich verteuern und damit gerade den Mittelstand treffen, der das Rückgrat unserer Wirtschaft bildet. Die Förderung von Wachstum muss jetzt im Mittelpunkt stehen“, fordert Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), anlässlich der Entscheidung der EZB zur Erhöhung des Leitzinses.
„Viele mittelständische Unternehmen finanzieren Modernisierungen, Digitalisierung, Lagerhaltung oder die Transformation ihrer Geschäftsmodelle über Kredite. Steigende Zinsen erhöhen diese Kosten unmittelbar und bremsen notwendige Investitionen. Das schwächt Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“, so der Unternehmer.
„Es ist richtig, dass die EZB die Inflationsentwicklung sorgfältig beobachtet. Dennoch sollte sie den Leitzins vorerst nicht erhöhen, denn eine Zinserhöhung muss immer der letzte Schritt sein. Eine Verschärfung der Geldpolitik wäre in der aktuellen Situation Gift für die deutsche Wirtschaft. Eine Reduktion der unendlichen Berichtspflichten aus Brüssel würde hingegen schnell zu mehr Beinfreiheit für uns Unternehmerinnen und Unternehmer führen und könnte die wirtschaftliche Entwicklung (EU-weit) wirksam stärken“, so Jandura abschließend.


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