Bundeshaushalt 2024 und mittelfristige Finanzplanung
Der von der Bundesregierung beschlossene Entwurf des Bundeshaushaltes 2024 wurde in der ersten September-Woche vom 5. bis 8. September 2023 im Deutschen Bundestag in erster Lesung beraten und an die Ausschüsse überwiesen.
Der Haushaltsentwurf sieht für 2024 Ausgaben in Höhe von 445,69 Milliarden Euro vor. Dem stehen Einnahmen ohne Kredite in Höhe von 429,12 Milliarden Euro gegenüber. Die Kreditaufnahme im kommenden Jahr soll nach dem Entwurf 16,56 Milliarden Euro betragen und damit genau im Rahmen der nach der Schuldenregel des Grundgesetzes zulässigen Nettokreditaufnahme liegen. Der Entwurf sieht zudem vor, dass für die kommenden Haushaltsjahre ab 2025 Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 126,82 Milliarden Euro ausgebracht werden.
Die für 2024 geplanten Ausgaben liegen um 30,60 Milliarden Euro unter dem Soll für 2023. Das ist ein Minus von rund 6,43 Prozent.
- Für Personalausgaben sind für 2024 im Entwurf 43,25 Milliarden Euro (2023: 41,67 Milliarden Euro),
- für sächliche Verwaltungsausgaben 24,01 Milliarden Euro (2023: 21,68 Milliarden Euro)
- für die militärische Beschaffung (ohne Sondervermögen Bundeswehr) 15,26 Milliarden Euro (2023: 18,48 Milliarden Euro)
- Für den Schuldendienst 38,78 Milliarden Euro (2023: 39,84 Milliarden Euro) veranschlagt.
- Für Zuweisungen und Zuschüsse (ohne Investitionen) sollen im kommenden Jahr 281,90 Milliarden Euro (2023: 290,02 Milliarden Euro) fließen.
- Für als Investitionen verbuchte Ausgaben sind 54,23 Milliarden Euro (2023: 71,47 Milliarden Euro) veranschlagt.
- Der Saldo der besonderen Finanzierungsausgaben soll mit -9,75 Milliarden Euro (2023: -6,87 Milliarden Euro) ausgabereduzierend wirken. Unter anderem ist im Einzelplan 60 eine Globale Minderausgabe von acht Milliarden Euro etatisiert.
Verschiedene von der Bundesregierung geplante Konsolidierungsmaßnahmen sind im Haushaltsentwurf bereits abgebildet. Die gesetzliche Umsetzung der Maßnahmen ist mit einem Haushaltsfinanzierungsgesetz geplant. Den Entwurf hat das Bundeskabinett in seiner Sitzung am 16. August 2023 beschlossen. Die Einnahmen ohne Kreditaufnahme, Münzeinnahmen und Entnahmen aus der Rücklage sollen nach dem Entwurf im kommenden Jahr um 37,74 Milliarden Euro höher ausfallen als noch 2023.
Die Steuereinnahmen sind danach für 2024 mit 375,34 Milliarden Euro (2023: 358,13 Milliarden Euro) veranschlagt, die Verwaltungseinnahmen mit 25,2 Milliarden Euro (2023: 16,98 Milliarden Euro). Maßgeblich für die im Haushalt veranschlagten Steuereinnahmen ist indes die im November anstehende Steuerschätzung. Die Münzeinnahmen sollen 2024 mit 118 Millionen Euro (2023: 248 Millionen Euro) geringer ausfallen als im laufenden Jahr. Gleiches gilt für die Entnahme aus der Rücklage, die 2024 1,35 Milliarden Euro (2023: 40,51 Milliarden Eurobetragen soll. Die geplante Nettokreditaufnahme liegt mit 16,56 Milliarden Euro ebenfalls deutlich unter dem Vorjahressoll von 45,61 Milliarden Euro. Nach der Beratung in den Fachausschüssen sowie im Haushaltsausschuss ist die abschließende Beratung im Bundestag vom 28. November bis 1. Dezember geplant. Der zweite Durchgang im Bundesrat ist für den 15. Dezember 2023 vorgesehen.


Michael Alber
Geschäftsführer
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 571
michael.alber@bga.de

Entlastungspaket: Der große Hebel fehlt
Für den Groß- und Außenhandel bleibt das Paket deutlich hinter den Erwartungen zurück.
mehr
Europa braucht offene Märkte
Handelspolitische Schutzinstrumente sind nicht die Lösung.
mehr
Digitaler Handel braucht Verlässlichkeit
Transatlantischer Datenschutzrahmen gerät erneut unter Druck.
mehr
Marktüberwachung effizienter gestalten
Staatsmodernisierung konkret.
mehr
Grünes Licht für Neue Genomische Techniken
Europäisches Parlament ebnet den Weg für die Verordnung.
mehr
Reformpaket bringt erste Fortschritte
Zentrale Entlastungen für den Mittelstand fehlen.
mehr
Schiedsgerichtsbarkeit und bevorstehende Insolvenzrechtsnovelle
BGA-Rechtsausschuss tagt in Berlin.
mehr
KI und Cyber Security
Neue Herausforderungen für Unternehmen.
mehr
Endlich Fortschritt, Entlastungen fehlen
Der Mittelstand braucht umgehend Reformen
mehr
Sommerfest des Handels
Die Bilder sind da
mehr
Aktuellen wirtschafts- und europapolitischen Herausforderungen beim BGA-Gremientag
Abends gutes netzwerken beim Sommerfest des Handels.
mehr
Rentenkommission legt umfassende Reformvorschläge vor
Wichtige und notwendige Reformansätze.
mehr
Außenwirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit enger verzahnen
Es braucht engere Zusammenarbeit der Akteure in der Praxis.
mehr
Europaausschuss diskutiert Wettbewerbsfähigkeit und neue EU-Regulierung
Unternehmen fordern mehr Bürokratieabbau.
mehr
Industrieproduktion stagniert - Auftragseingänge fallen
Weiter keine Impulse zu erkennen.
mehr
ForveG vergibt ihren Forschungspreis
Forschungspreis der ForveG für die Entwicklung eines KI-Tools für Rohstoffprognosen.
mehr
EU-Kommission startet Konsultation zu Leitlinien der CSDDD
Die Europäische Kommission hat eine öffentliche Konsultation zu den künftigen Leitlinien eröffnet.
mehr
Fortschritt bei der Rente, Beitragssenkung bleibt aus
Fortschritt bei der Rentenkommission trotz ausbleibender Beitragssenkung.
mehr
Strukturreformen als Schlüssel für Wohlstand und Sicherheit
Studie des Gemeinschaftsausschusses der gewerblichen Wirtschaft.
mehr
Arbeitskräftezuwanderung im Fahrermarkt
Interministerieller Austausch zwischen Politik und Wirtschaft.
mehr