Exportflaute verschärft Handlungsdruck
„Die Zahlen sind ein weiteres Warnsignal für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Exportwirtschaft wird zunehmend zwischen schwacher Auslandsnachfrage, geopolitischen Risiken und wachsendem Wettbewerbsdruck zerrieben. Um Abhängigkeiten zu reduzieren und neue Wachstumsperspektiven zu eröffnen, muss das Mercosur-Abkommen heute endlich beschlossen werden“, fordert Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), anlässlich der aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum deutschen Export.
„Der sogenannte Chinaschock ist längst Realität – deutsche und europäische Anbieter geraten preislich immer stärker ins Hintertreffen. Die steigenden Importe aus China sind dabei Ausdruck einer noch vergleichsweise stabilen deutschen Binnenkonjunktur und eines höheren Bedarfs an importierten Vorleistungen. Sie ändern jedoch nichts an der strukturellen Schwäche des Außenhandels. Belastend ist auch der Einbruch im US-Geschäft, der unsere zentralen Exportbranchen wie die Automobilindustrie und den Maschinenbau trifft. Unser exportorientiertes Geschäftsmodell wird von außen zunehmend infrage gestellt, ohne dass es bislang eine schlüssige politische Antwort darauf gibt“, warnt Jandura.
„Ganz oben auf der Agenda der Politik muss daher eine strategische Neuausrichtung der deutschen Außenwirtschaftspolitik stehen. Deutschland braucht jetzt eine aktive, strategische Außenwirtschaftspolitik, die Unternehmen bei Diversifizierung, Markterschließung und resilienten Lieferketten unterstützt – andernfalls droht ein schleichender Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Notwendig sind hierfür eine Bündelung der Zuständigkeiten, der Abbau von Doppelstrukturen und eine konsequentere Nutzung bestehender Förderinstrumente. Zudem muss die Außenwirtschaftspolitik deutlich enger mit Sicherheits- und Wirtschaftsschutzfragen verzahnt werden“, so der BGA-Präsident abschließend.
Während laut Statistischem Bundesamt (DESTATIS) die Exporte gegenüber dem Vormonat um 2,5 Prozent zurückgingen, stiegen die Importe weiter an. Im Jahresvergleich zeigt sich ein ähnliches Bild: sinkende Ausfuhren bei deutlich steigenden Einfuhren. Der Außenhandelsüberschuss schrumpft weiter spürbar. Konkret sind im November 2025 die deutschen Exporte gegenüber Oktober 2025 kalender- und saisonbereinigt um 2,5 Prozent gesunken, während die Importe um 0,8 Prozent stiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat November 2024 nahmen die Exporte um 0,8 Prozent ab, die Importe legten hingegen um 5,4 Prozent zu.
9. Januar 2026


Außenhandel auf Rekordniveau – aber noch kein Aufschwung
Das unterstreicht, wie wichtig diversifizierte Absatzmärkte gerade in Zeiten wachsender handelspolitischer Unsicherheit sind.
mehr
Abteilungsleitung (m/w/d) für die Bereiche Arbeit und Soziales sowie Berufliche Bildung
Zum 1. November 2026 suchen wir in Vollzeit eine Abteilungsleitung (m/w/d) mit Verantwortung für die Bereiche Arbeit und Soziales sowie Berufliche Bildung.
mehr
CO₂-Zertifikatehandel betrifft zunehmend den Außenhandel
Vom Industrie- zum Handelsthema
mehr
Zugang zum Fahrer-Beruf wird erleichtert
Wichtiger Schritt gegen den Fahrermangel
mehr
BGA-Konjunkturumfrage zur Jahresmitte 2026 startet in Kürze
Sie geht vom 3. – 24. August 2026
mehr
CBAM: BGA fordert praxistaugliche Regeln für den Kauf und Rückkauf von Zertifikaten
Lediglich einen Rückkaufsantrag pro Jahr stellen können ist zu wenig.
mehr
Weniger Bürokratie, mehr Tempo für (Groß) Handel und Logistik
Verkehrsreformen beschlossen
mehr
EU-Bauproduktenverordnung: BGA sieht Nachbesserungsbedarf
Deutliche Belastungen für kleine und mittlere Unternehmen
mehr
Aktuelle Entwicklungen zum Vereinfachungspaket
BGA-Webinar zum EUDR-Vereinfachungspaket
mehr
Was ab Freitag gelten könnte
US-Zölle vor dem nächsten Umbau
mehr
EU und Mexiko modernisieren ihre Handelsbeziehungen
EU-Rat hat dem Interims-Handelsabkommen zugestimmt
mehr
Erster wegweisender Tarifabschluss im Groß- und Außenhandel in Bayern
Es ist davon auszugehen, dass dieses Ergebnis Grundlage für weitere Abschlüsse in den anderen Tarifgebieten sein wird.
mehr
Entlastungspaket: Der große Hebel fehlt
Für den Groß- und Außenhandel bleibt das Paket deutlich hinter den Erwartungen zurück.
mehr
Europa braucht offene Märkte
Handelspolitische Schutzinstrumente sind nicht die Lösung.
mehr
Digitaler Handel braucht Verlässlichkeit
Transatlantischer Datenschutzrahmen gerät erneut unter Druck.
mehr
Marktüberwachung effizienter gestalten
Staatsmodernisierung konkret.
mehr
Grünes Licht für Neue Genomische Techniken
Europäisches Parlament ebnet den Weg für die Verordnung.
mehr
Reformpaket bringt erste Fortschritte
Zentrale Entlastungen für den Mittelstand fehlen.
mehr
Schiedsgerichtsbarkeit und bevorstehende Insolvenzrechtsnovelle
BGA-Rechtsausschuss tagt in Berlin.
mehr
KI und Cyber Security
Neue Herausforderungen für Unternehmen.
mehr