State of the Union 2026
In ihrer Rede zur Lage der Union am 16. September 2026 hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Unabhängigkeit Europas in den Mittelpunkt der europäischen Agenda für das kommende Jahr gestellt. Für Groß- und Außenhandel sind insbesondere die angekündigten Maßnahmen zur Stärkung des Binnenmarkts, zur Vereinfachung und zum Ausbau internationaler Partnerschaften relevant.
Binnenmarkt und Bürokratieabbau
Die Kommission will die Überarbeitung des Binnenmarkts bis 2027 auf Grundlage der „One Europe One Market Roadmap“ vorantreiben. Zudem soll ein "Pakt gegen Gold-Plating" sicherstellen, dass Mitgliedstaaten EU-Vorgaben nicht durch zusätzliche nationale Anforderungen verschärfen.
Strategische Rohstoffe und Lieferketten
Mit einer geplanten European Corporation of Critical Raw Materials sollen Beschaffung und Bevorratung kritischer Rohstoffe für Bereiche wie Elektromobilität, Chips, Batterien, Cleantech und Verteidigung gestärkt werden. Damit will die Kommission strategische Abhängigkeiten reduzieren und Lieferketten widerstandsfähiger machen.
Handelspolitische Maßnahmen
Mit Blick auf die internationale Position Europas kündigte von der Leyen eine stärkere Diversifizierung der Partnerschaften an. Besonders hervorzuheben ist der Vorschlag, Kanada die Tür für eine assoziierte Mitgliedschaft in der EU zu öffnen (die erste ihrer Art) und gemeinsam einen „Alliance for the Future“ aufzubauen. Vorgesehen sind unter anderem eine engere wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit sowie eine stärkere Integration der Verteidigungsindustrien. Auch die Diversifizierung von Handelswegen soll vorangetrieben werden. Die Kommission will insbesondere in den „Middle Corridor“ zwischen Europa, dem Südkaukasus und Zentralasien investieren, um Handelsrouten auszubauen und Transportzeiten zu verkürzen.
Die Kommission will Europas wirtschaftliche Resilienz weiter stärken und strategische Abhängigkeiten reduzieren, insbesondere auch die Handelsungleichheiten zu China. Gleichzeitig betonte von der Leyen die Bedeutung globaler Partnerschaften und des regelbasierten internationalen Handelssystems. Für den Groß- und Außenhandel wird damit entscheidend sein, dass wirtschaftliche Sicherheit mit offenen Märkten, verlässlichen Lieferketten und zusätzlichen Handelschancen verbunden wird.
Ausblick
Für Unternehmen kommt es nun darauf an, dass die angekündigten Initiativen tatsächlich zu weniger Fragmentierung, einfacheren Verfahren, besseren Rahmenbedingungen für Investitionen und neuen internationalen Geschäftsmöglichkeiten führen. Der BGA hat sich hierzu am 16. September in einer Pressemitteilung geäußert.


Vanessa Kassem
Referentin Außenwirtschaft + Zoll + Europa
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 591
vanessa.kassem@bga.de

BGA-Unternehmertag 2026
Systemrelevant für Deutschlands Zukunft
mehr
State of the Union 2026
Mehr Wettbewerbsfähigkeit und neue internationale Partnerschaften
mehr
Veranstaltung zu EU-Mercosur
Vom politischen Rahmen zu konkreten Geschäftschancen
mehr
Arzneimittelversorgung braucht faire Regeln
PHAGRO-Vorsitzender Freitag formuliert Erwartungen des Pharmagroßhandels an Gesundheitsminister Linnemann.
mehr
Verbände fordern Senkung der Stromsteuer statt neuer Belastungen
Aus Sicht der Verbände wäre eine Verteuerung von Strom das falsche Signal.
mehr
Europas Wirtschaft stärken – jetzt müssen auf Worte Taten folgen
Unternehmen brauchen wieder mehr Freiraum für Investitionen und Wachstum.
mehr
Europas Wirtschaft stärken – jetzt müssen auf Worte Taten folgen
Europa braucht messbare Ergebnisse.
mehr
BGA-Unternehmertag: Großhandel mahnt vor Kanzler Merz Reformen für Mittelstand an
Unter dem Motto „Systemrelevant.“ hat der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) heute in Berlin seinen Unternehmertag veranstaltet.
mehr
BGA-Unternehmertag 2026
Unter dem Motto "Systemrelevant." begrüßen wir am 15. September unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz. Seien Sie dabei.
mehr
Neue Belastungen statt echter Entlastung
BGA kritisiert Steuerreform
mehr
Ananas, Süßkartoffeln, Software, Biokohle – und ein Kindergarten.
Erfolgreiche Fortschrittsprüfung bei PartnerAfrica-Projekt des BGA in Ghana
mehr
Datenkooperation und Data Spaces entlang von Lieferketten
BGA, Ferdinand Steinbeis Institut und Universität Ulm starten Kooperationsprojekt
mehr
22. Sanktionspaket in Vorbereitung:
EU will Druck auf Russland weiter erhöhen
mehr
BGHW startet Initiative für mehr Wertschätzung im Arbeitsalltag
Freundlichkeit und Respekt sind wichtige Voraussetzungen für ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld.
mehr
Verschenkte Chance statt Reform
Weder Wachstum noch Entlastung.
mehr
Abteilungsleitung (m/w/d) für die Bereiche Arbeit und Soziales sowie Berufliche Bildung
Zum 1. November 2026 suchen wir in Vollzeit eine Abteilungsleitung (m/w/d) mit Verantwortung für die Bereiche Arbeit und Soziales sowie Berufliche Bildung.
mehr
CO₂-Zertifikatehandel betrifft zunehmend den Außenhandel
Vom Industrie- zum Handelsthema
mehr
Zugang zum Fahrer-Beruf wird erleichtert
Wichtiger Schritt gegen den Fahrermangel
mehr
BGA-Konjunkturumfrage zur Jahresmitte 2026 startet in Kürze
Sie geht vom 3. – 24. August 2026
mehr
CBAM: BGA fordert praxistaugliche Regeln für den Kauf und Rückkauf von Zertifikaten
Lediglich einen Rückkaufsantrag pro Jahr stellen können ist zu wenig.
mehr