Mehr Fokus auf Afrika – 5. GABS
Alle 2 Jahre organisiert die Subsahara-Afrika-Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI), deren Träger der BGA ist, den German-African Business Summit (GABS). Der GABS ist die Leitveranstaltung der deutsch-afrikanischen Wirtschaft, auf der führende Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammenkommen, um über die Zukunft der deutsch-afrikanischen Wirtschaftsbeziehungen zu diskutieren.
Auf der diesjährigen Konferenz, welche vom 2. bis 4. Dezember 2024 in Nairobi, Kenia, stattfand und von der SAFRI in Kooperation mit der AHK Kenia veranstaltet wurde, nahm der BGA eine vielfältige und umfassende Rolle ein.
Marcus Schwenke, Abteilungsleiter Außenhandelspolitik + Importförderung + Entwicklungszusammenarbeit + Projekte beim BGA, moderierte ein hochkarätig besetztes Panel mit Unternehmern und Vertreter von Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit. Diskutiert wurde die Frage, wie deutsch-afrikanische Geschäftsbeziehungen das beidseitige Wachstum fördern können, damit afrikanische Landwirtschaftsunternehmen ihre Produktivität steigern und gleichzeitig den Anforderungen der globalen Märkte gerecht werden. Der Kontinent, der laut Afrikanischer Entwicklungsbank über 50 Prozent der weltweit ungenutzten Ackerflächen verfügt, gibt jährlich 78 Mrd. USD für Lebensmittelimporte aus – trotz eines stark wachsenden Markts, der bis 2030 auf 1 Billion USD anwachsen könnte. Schwache Mechanisierung (1-10 Prozent) und fehlende Investitionen behindern jedoch diese Entwicklung.
Gefordert wurde deshalb im Panel, mehr Investitionen in die Landwirtschaft, eine Modernisierung des Bankenwesens hin zu einem erleichterten Zugang zu kleineren Darlehen, die Verbesserung der Infrastruktur zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten sowie eine stärkere Internationalisierung afrikanischer Agrarunternehmen. Umfangreichere Investitionen in Bildung und die Sensibilisierung für globale Lieferkettenstandards seien ebenso wichtige Wachstumstreiber. Der Import Promotion Desk (IPD) hob hierbei seine Erfolge bei der Integration afrikanischer KMUs in internationale Lieferketten hervor.
Anna Peter, BGA-Beraterin für Entwicklungskooperation, trieb das Klimaschutzprojekt „Cool White“ auf dem GABS voran. Gemeinsam mit internationalen Partnern erforscht der BGA die Kühlwirkung weiß gestrichener Dächer in aktuell Kenia, Tansania, Ruanda und Südafrika. In Tansania senkte ein weiß gestrichenes Krankenhausdach die Raumtemperatur um über 7 °C, in Ruanda spart ein Unternehmer monatlich ca. 100 USD an Energiekosten pro 100 m² Dachfläche und lokale Institutionen, wie das Kenya Bureau of Standards, unterstützen das Projekt durch Messungen und Analysen.
Das große Interesse an Cool White zeigte sich unter anderem darin, dass das BGA-Team die Möglichkeit erhielt, ein Forschungsposter des Projekts Jochen Flasbarth, dem Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vorzustellen. Die Förderung von Cool White leistet damit nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch zu Innovationen sowie Berufsbildung vor Ort. Wesentlichen Informationen zu dem Forschungsposter gibt es hier. 
In Zusammenarbeit mit dem Import Promotion Desk – einem vom BMZ finanzierten und vom BGA initiierten Projekt der Importförderung – organisierte der BGA am Rande des diesjährigen GABS einen Kurztrip zu zwei vom IPD geförderten Unternehmen in der Region Nairobi. Besucht wurden eine frauengeführte Avocado- und Kräuterfarm sowie ein junges IT-Outsourcing-Unternehmen. Bei dem Kurztrip ging es v.a. darum, das IPD als erfolgreiches Projekt an der Schnittstelle zwischen Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungszusammenarbeit unter Entscheidungsträgern aus Politik und Partnerinstitutionen stärker zu positionieren.


Marcus Schwenke
Abteilungsleiter Außenhandelspolitik + Importförderung + Entwicklungszusammenarbeit + Projekte
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 594
marcus.schwenke@bga.de

Anna Peter
Beraterin Entwicklungskooperation im Auftrag des BMZ
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 597
business-scout@bga.de

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