Sozialstaatskommission mit beschränktem Auftrag
Im September wird eine vom Bundesarbeitsministerium eingesetzte Regierungskommission zur Sozialstaatsreform mit Fokus auf steuerfinanzierte Leistungen wie Bürgergeld, Wohngeld und Kinderzuschlag ihre Arbeit aufnehmen.
Diese erweiterte Regierungskommission aus Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen ist im Koalitionsvertrag vorgesehen und soll bis Ende 2025 ein Ergebnis präsentieren, d. h. Empfehlungen für die Überarbeitung der steuerfinanzierten Sozialleistungen vorlegen.
Das BMAS hat dabei als Zielstellung einen „modernen und entbürokratisierten Sozialstaat unter Bewahrung des sozialen Schutzniveaus“ genannt. Die steuerfinanzierten Leistungen (insbes. Bürgergeld, Wohngeld und Kinderzuschlag) stehen dabei im Mittelpunkt; für die beitragsfinanzierten Leistungen sind weitere Kommissionen vorgesehen. Die Zusammenlegung von Sozialleistungen, die Beschleunigung von Verwaltungsabläufen und die Digitalisierung sind weitere Aufgabenstellungen. Die Sozialpartner sind nicht direkt als Kommissionsmitglieder vorgesehen, sie sollen in Stakeholder-Gesprächen beteiligt werden.
Aus Sicht des BGA reicht die vorgesehene Aufgabenstellung nicht aus und entspricht zudem nicht den Vorgaben des Koalitionsvertrages. Dieser benennt ausdrücklich die Anreizwirkung zur Erhöhung bzw. Erzielung eines eigenen Erwerbseinkommens als Ziel der Sozialstaatsreform. Dieses übergeordnete Ziel kommt in der Aufgabenstellung der Kommission jedoch höchst unzureichend zum Ausdruck, stattdessen werden vor allem eine bürgerfreundliche Verwaltung und Wahrung des Schutzniveaus betont.
Dass Digitalisierung und Vereinfachung erforderlich sind, steht außer Frage. Jedoch darf darüber die übergeordnete Zielstellung nicht aus dem Blick geraten. Sozialleistungen müssen so strukturiert werden, dass sie die richtigen Anreize setzen. Es müssen mehr Menschen in Arbeit gebracht werden und es muss bessere Anreize zur Ausweitung der eigenen Arbeitsleistung geben. Die Gewichtung dieser Zielsetzung muss sich auch in der Besetzung der Kommission abbilden, an der die Sozialpartner nicht nur als Stakeholder, sondern als Mitglieder auf Augenhöhe beteiligt sein sollten.


Judith Röder
Geschäftsführerin
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 581
judith.roeder@bga.de

Umfrage zu Auswirkungen der Hormuz-Lage
Jetzt noch bis zum 4. Mai in drei Minuten teilnehmen!
mehr
EU-Mercosur-Abkommen: Vorläufige Anwendung ab 1. Mai 2026
Jetzt zählt die Umsetzung!
mehrBundeskabinett beschließt Gesetzentwurf zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz
Das Bundeskabinett hat am 29. April 2026 den Entwurf eines Gesetzes zur GKV-Beitragssatzstabilisierung beschlossen.
mehr
Vom Marathon der Holzwürmer
BGA-Agrarausschuss tagt in Berlin
mehr
Aktuelle Herausforderungen in der Logistik
BGA-Verkehrsausschuss am 16. April 2026
mehr
CBAM-Ausweitung:
BGA fordert Verschiebung
mehr
Einladung zur diesjährigen Asien-Pazifik-Konferenz (APK) der Deutschen Wirtschaft
Seoul, Südkorea, 29. - 31.10.2026
mehr
DAHD-Seminar Kartellrechtliche Compliance
In Kooperation mit DAHD
mehr
Macht endlich den Weg für Reformen frei!
Diese Frühjahrsprognose ist dramatisch.
mehr
Kleinster gemeinsamer Nenner ist zu wenig
Ergebnisse des Koalitionsausschusses sind enttäuschend
mehr
Tarifrunde im Groß- und Außenhandel startet
Verhandlungsauftakt im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld
mehr
BGA in Brüssel:
Großhandel zwischen Regulierung und Realität
mehr
Humanitäre Krise im Sudan
Verantwortung übernehmen – jetzt handeln
mehr
Forschungspreis der ForveG geht in die zweite Runde
Öffentliche Verleihung in Stuttgart
mehr
Drastische Abkühlung der Konjunktur in Deutschland
BMWK korrigiert positive Tendenzen vom Janhresanfang
mehr
e-ID in der Praxis:
Webinar für Unternehmen mit Fuhrpark
mehr
Industrieproduktion entwickelt weiter schwach
Zahlen von vor der Golfkrise sind besorgniserregend
mehr
Sichere Handelsperspektiven im Westbalkan erschließen
Deutsch-Albanische Wirtschaftskonferenz am 30. April
mehr
Worte reichen nicht mehr – wir fordern Taten
Gemeinsame Erklärung der Wirtschaftsverbände BGA, BFB, HDE und ZGV zur Steuerdebatte
mehr
Stimmung im Export: Eine Atempause, aber keine Trendwende
Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten verschärfen die Lage zusätzlich erheblich.
mehr