BGA: Vorboten der Corona-Folgen belasten Außenhandel
Mit einem Rückgang von fast 8 Prozent ist dies schon jetzt substanziell, während anderswo im Februar noch weitestgehend Business-as-usual herrschte.“ Dies erklärt Dr. Holger Bingmann, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), heute in Berlin zur Entwicklung des deutschen Außenhandels.
Zuvor hatte das Statistische Bundesamt die Außenhandelszahlen für Februar 2020 bekannt gegeben. Demnach wurden Waren im Wert von 109,3 Milliarden Euro exportiert. Damit sind die Exporte im Vorjahresvergleich um 0,4 Prozent gestiegen. Mit einem Warenwert von 88,5 Milliarden Euro sind die deutschen Importe im Vorjahresvergleich um 2,9 Prozent gesunken. Die Außenhandelsbilanz schloss damit mit einem Überschuss von 20,8 Milliarden Euro ab.
„Ich warne davor, jetzt das Kind mit dem Bade auszuschütten: Renationalisierung von Produktion, die Verschärfung des Außenwirtschaftsgesetzes, die mit einer unbestimmten Ausweitung der Ermächtigung zur Untersagung von ausländischen Investitionen einhergeht, sowie die Schließung der Grenzen setzen bedrohliche Zeichen für den deutschen Außenhandel, der die zentrale Stütze der gesamten deutschen Wirtschaft ist. Dringend sollte die Politik nach der akuten Schadensbegrenzung wieder zurückfinden zu einer Offenheit unserer Volkswirtschaft. Aus Sorge um einen naiven Umgang mit China dürfen wir unsere Grundprinzipien nicht opfern. Vielmehr müssen wir die offenen Grenzen auch bei unseren Partnern einfordern. Und wir sollten auch mehr Solidarität mit unseren noch schwerer betroffenen europäischen Partnern zeigen. Ein aufgestockter ESM ist das richtige Vehikel für schnellen Beistand – und überhaupt kein Stigma. Alles andere ist Kokolores. Gerade die italienische Bevölkerung sollte sich das von niemanden einreden lassen“, so Bingmann abschließend.
Berlin, 9. April 2020

Dr. Holger Bingmann

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