Exportzuwächse kein Zeichen der Wende
„Es ist noch zu früh, um von einer Kehrtwende bei den Exportzahlen zu sprechen. Die Stimmung und Auftragslage im Außenhandel bleiben angespannt. Dies zeigt sich insbesondere in den Erwartungen an die künftige Geschäftsentwicklung. Unsere strukturellen Probleme am Standort bleiben bestehen. Die Bundesregierung hat zwar erste Maßnahmen auf den Weg gebracht – doch bislang kommt davon zu wenig in den Unternehmen an. Wir brauchen weniger Bürokratie, niedrigere Steuern, sichere Energieversorgung und echte Entlastungen für Unternehmen und Bürger. Andernfalls wird 2026 nicht nur ein Jahr des weiteren Jobabbaus, sondern auch der Standortabwanderung“, fordert Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), anlässlich der aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum deutschen Export.
Jandura weiter: „Was wir derzeit sehen, sind Sondereffekte. Die Einigung im Zollstreit zwischen der EU und den USA hat ein gewisses Maß an Verlässlichkeit geschaffen. Dies führte zu Nachholeffekten bei unserem größten Auslandsmarkt. Letztlich hat sich jedoch vor allem der Außenhandel mit den EU-Staaten erneut als tragende Säule erwiesen.“
„Die neuesten Untersuchungen des IW Köln belegen es: Jedes dritte Unternehmen plant, 2026 Stellen abzubauen. Wir stehen an einem Punkt, an dem die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland Unternehmen systematisch ausbremsen. 36 Prozent der Betriebe wollen Jobs streichen, nur 18 Prozent planen Neueinstellungen. Noch gravierender ist jedoch der Verlust an Zuversicht: Viele Unternehmen glauben nicht mehr an Wachstum, ein Drittel will sogar weniger investieren als im ohnehin schwachen Jahr 2025. Damit ist klar: Wir stecken mitten in einer Investitionsflaute – und unser Standort verspielt seine Zukunft“, so Jandura abschließend.
Laut Statistischem Bundesamt sind die deutschen Exporte im September 2025 gegenüber August 2025 kalender- und saisonbereinigt um 1,4 Prozent gestiegen, die Importe um 3,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat September 2024 nahmen die Exporte um 2,0 Prozent und die Importe um 4,8 Prozent zu.


Iris von Rottenburg
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