bga-update
23. Oktober 2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder,
in der kommenden Woche werden wir unsere neue Studie „großhandel in deutschland – Eine unterschätzte Wirtschaftsgröße“ vorstellen. Sie bietet zugleich Anlass, den Blick auf die aktuellen wirtschaftspolitischen Debatten zu richten. Denn gerade bei den anstehenden Entscheidungen in Berlin und Brüssel muss die Perspektive des Groß- und Außenhandels stärker berücksichtigt werden.
In Berlin stehen wichtige Weichenstellungen bevor. Bereits Ende des Monats könnte die geplante Plastiksteuer ins Bundeskabinett kommen. Der BGA hat die damit verbundenen zusätzlichen Kosten und bürokratischen Pflichten deutlich kritisiert. Im November, so hören wir, könnte die längst überfällige Rentenreform in der Koalition beraten werden. Dabei muss es auch darum gehen, einen weiteren Anstieg der Sozialabgaben zu verhindern. Daneben läuft die Haushaltsdebatte weiter. Gerade die geplante Einkommensteuerreform droht Personenunternehmen zusätzlich zu belasten. Und die jüngsten Pannen bei der Tabaksteuer zeigen zudem, dass es auch bei der Qualität der Gesetzgebung erheblichen Verbesserungsbedarf gibt.
Auch in Brüssel bleibt die Wettbewerbsfähigkeit das beherrschende Thema. Der Europäische Rat hat sich für weniger Bürokratie und einen stärkeren Binnenmarkt ausgesprochen. Beim Umwelt-Omnibus bleiben die bisherigen Vorschläge allerdings hinter den notwendigen Entlastungen zurück.
Für den BGA ist deshalb klar: Wer die Wettbewerbsfähigkeit stärken will, muss Unternehmen entlasten, statt ihnen immer neue Steine in den Weg zu legen. Die gestrige Steuerschätzung zeigt, dass dafür neue Spielräume bestehen, wenn man nur wollte.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andreas Rademachers