Import Promotion Desk: Erfolgsrezept Nachfrageorientierung
In der Produktgruppe Frisches Obst & Gemüse ist das Import Promotion Desk (IPD) seit seinem Start 2012 engagiert. Die Zahl der Partnerländer ist in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gewachsen. Heute unterstützt das IPD Obst & Gemüse-Produzenten aus Ägypten, Côte d’Ivoire, Ecuador, Ghana, Kenia, Kolumbien, Marokko, Peru und der Ukraine dabei, ihre Produkte auf dem europäischen Markt zu verkaufen. Das Produktangebot aus den IPD Partnerländern ist vielfältig: Es umfasst u.a. tropische und subtropische Früchte, beliebte Gemüsesorten, frische Kräuter und Pilze. Beim Sourcing prüfen die IPD Experten anhand von Marktstudien und Nachfrageanalysen sehr genau, welche Produkte eine wachsende Bedeutung auf dem deutschen bzw. europäischen Markt haben. So wird sichergestellt, dass die Unternehmen im IPD Programm langfristig Absätze auf dem Exportmarkt erzielen. Für Importeure eröffnet das IPD wiederum neue Beschaffungsmärkte und vermittelt ihnen geprüfte Obst- und Gemüse-Lieferanten. In der aktuellen Serie stellt der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA), der zusammen mit der Entwicklungsorganisation sequa gGmbH die Initiative zur Importförderung ins Leben gerufen hat, die IPD Sektoren vor. Im zweiten Teil liegt der Fokus auf der Produktgruppe Frisches Obst & Gemüse.
Daher sind bei der Auswahl von Unternehmen für das IPD Programm die Standards derGLOBALG.A.P.Zertifizierung Voraussetzung. Zudem zeigt das IPD Team den Exporteuren auch das Potenzial für Bio-Produkteauf und berät sie zu dem Zertifizierungsprozess. Auch wenn einige Länder noch stark vom konventionellen Anbau geprägt sind, wächst der Anteil der Bio-Produzenten. Die Unternehmen erkennen die besseren Vermarktungsmöglichkeiten, sehen aber auch die Notwendigkeit des nachhaltigen Anbaus und des Schutzes der natürlichen Ressourcen. So bieten Unternehmen aus Côte d’Ivoire und Ghana Bio-Mangos, -Papayas und -Ananas an. Aus dem neuen IPD Partnerland Marokko kommen frische Kräuter wie Koriander, Minze und Zitronengras in Bio-Qualität. Ein Produzent aus Ecuador hat sich auf Demeter-Bananen spezialisiert. Und aus Peru werden Ingwer und Kurkuma mit Bio-Siegel exportiert.
„Der Nachhaltigkeitsansatz ist zentral für die Arbeit des IPD“, betont Daniel Oppermann, CSR-Experte beim IPDund Spezialist Sourcing + Märkte. „Zunächst bildet der verantwortungsvolle Umgang mit Menschen und natürlichen Ressourcen die Grundlage für ein stabiles Wachstum in unseren Partnerländern. Zugleich sind soziale und ökologische Standards eine wichtige Voraussetzung für den internationalen Handel. Schließlich kommen gesetzliche Bestimmungen hinzu, wie z.B. das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Daher achten wir beim Sourcing neben Zertifizierungen auch auf die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards und kurze sowie transparente Lieferketten ohne Zwischenhändler. Darüber hinaus bieten wir Capacity Building-Maßnahmen an, um die Unternehmen für CSR, also für das verantwortungsvolle Handeln eines Unternehmens, zu sensibilisieren.“
Diversifizierung des Beschaffungsmanagements
Insbesondere bei frischem Obst & Gemüse ist mit unterschiedlichen Saisons und Erntefenstern sowie erhöhten Logistikanforderungen ein diversifiziertes Beschaffungsmanagement von großer Bedeutung. Das IPD bietet mit seinen Partnerländern vor allem in Südamerikaund Afrikaunterschiedliche Beschaffungsmöglichkeiten an. Afrikanische Exporteure können wie ihre lateinamerikanische Konkurrenz eine hohe Produktqualität und auch besondere Saisonzeiten in die Waagschale werfen. Zudem ist die geographische Nähe zu Europa im Vergleich zu Lateinamerika ein Argument, das Handelsnetzwerk auszubauen, zusätzlich zu bestehenden Lieferanten neue afrikanische Partner aufzunehmen und somit eine Risikostreuung vorzunehmen. Ein gutes Beispiel ist Ghana, in dem es zwei Mango-Ernten im Jahr gibt, von Mai bis Juli sowie von Dezember bis Februar. „Insbesondere die Wintersaison kann für Importeure sehr interessant sein, weil sie teils komplementär zu den Ernten in den wichtigen Lieferländern Peru und Brasilien liegt und somit Alternativen bietet“, erklärt Thomas Derstadt, Spezialist Sourcing + Märkte beim IPD.
Südamerika: Unterstützung von kleinen und mittelständischen Unternehmen
Vor allem in Peru sind die erfolgreichen Player auf dem Markt der exotischen Früchte große und zentralisierte Unternehmen. Das IPD setzt seinen Fokus dagegen auf kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und insbesondere auf Produzenten, die biologisch anbauen. Dazu gehören in Peru selbstverständlich die Mangos, aber auch Avocados, Limetten, Bananen und Ananas. Eine Besonderheit sind Ingwer und Kurkuma – ebenfalls in Bio-Qualität.
Kolumbien hat im Vergleich zu bekannteren südamerikanischen Lieferländern, wie Peru, insbesondere beim Qualitäts- und Zertifizierungsgrad stark aufgeholt. Das IPD hat viele neue KMU identifiziert und in sein Matchmaking Programm aufgenommen. Sie bieten eine große Auswahl an exotischen Früchten an, wie Granadillas, Pitahayas, Passionsfrüchte, Limetten, Ananas und Physalis. „Stark nachgefragt sind außerdem Blaubeeren aus Kolumbien“, sagt Daniel Oppermann. „Ein wesentlicher Vorteil: Kolumbien kann die Beeren ganzjährig anbieten.“
Ecuador ist als Bananenlieferant bekannt, bietet aber sehr viel mehr. Eine besondere Spezialität der IPD Unternehmen sind rote und gelbe Drachenfrüchte (Pitahayas). Zudem sind Granadillas, Maracujas und Babybananen von den ecuadorianischen Unternehmen gefragt. „Die Unternehmen profitieren von den Erfahrungen aus dem Bananen-Anbau und den etablierten Lieferketten“, so Oppermann. „Und sie bauen ihr Angebot kontinuierlich aus.“
Afrika: Großes Entwicklungspotenzial
Mit Ägypten, Côte d’Ivoire, Ghana, Kenia und Marokkoist das IPD in fünf afrikanischen Ländern im Sektor Frisches Obst & Gemüse aktiv. Viele der afrikanischen IPD Produzenten setzen bereits auf Bio-Anbau. „In unseren afrikanischen Partnerländern gibt es ein großes Entwicklungs- und Wachstumspotenzial“, erläutert IPD Afrika-Experte Thomas Derstadt. „Mit dem Wechsel auf den ökologischen Anbau geht oftmals auch eine Professionalisierung in der Produktion einher, die auch die Kleinbauern umfasst, mit denen viele IPD Unternehmen eng zusammenarbeiten. Die Impulse aus dem internationalen Handel kommen also in den ländlichen Regionen an.“
Ein wichtiges Sortiment sind tropische und subtropische Früchte, wie z.B. Mangos, Papayas, Ananas und Passionsfrüchte. Sie werden in Ägypten, Côte d’Ivoire, Ghana und Keniaangebaut. Zitrusfrüchte, Trauben, Erdbeeren und auch Granatäpfel sind weitere fruchtige Klassiker aus Ägypten. Darüber hinaus gibt es ein großes Gemüseangebot aus Ägypten. Darunter die im Trend liegenden Süßkartoffeln, zudem Knoblauch, Zwiebeln, Zuckerschoten, grüne Bohnen, Frühlingszwiebeln u.v.m. „Ägypten ist vor allem wegen seiner kurzen Wege zum EU-Markt und seinen strategisch günstigen Erntefenstern für Obst und Gemüse interessant“, sagt Dorra Zairi, IPD Expertin für Ägypten. „Jedoch sind manche Importeure mit Blick auf Ägypten zurückhaltend. Durch unsere Vermittlung können wir Zweifel an Qualität und Zuverlässigkeit oftmals ausräumen.“
Ukraine: Kontinuierliche Unterstützung
Seit 2018 unterstützt das IPD ukrainische Produzenten von frischem Obst & Gemüse bei ihrem Eintritt in den europäischen Markt. Seit Kriegsbeginn stehen die IPD Experten weiterhin im engen Kontakt mit den Unternehmen im IPD Programm. Darüber hinaus hat das IPD sein Engagement in der Ukraine erweitert und unterstützt im Rahmen eines vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanzierten Sonderprogramms neue Unternehmen. Das Sonderprogramm ermöglicht, dass das IPD kurzfristig neue Exporteure aufnimmt und mit europäischen Handelspartnern vernetzt, wie z.B. auf Fachmessen wie der Fruit Logistica. Dadurch kann das IPD die Unternehmen beim Export unterstützen, die trotz des Krieges weiter produzieren und die für ihre Produkte, die in der Ukraine nicht nachgefragt und benötigt werden, Märkte und Handelspartner in Europa suchen.
Einen Schwerpunkt bildet das ukrainische Traditionsprodukt Beeren: vor allem Blaubeeren als Frischprodukt und gefrorene und gefriergetrocknete Erd-, Him-, Brom- und Blaubeeren. „In der Ukraine werden Beeren bereits über Generationen angebaut“, sagt Carolina Moraza, IPD Spezialistin für frisches Obst und Gemüse. „Die langjährigen Erfahrungen im Beerenanbau zeigen sich in der hohen Produktqualität, und auch der ökologische Anbau wächst in der Ukraine von Jahr zu Jahr.“Das Angebot umfasst zudem Äpfel und Melonen, Steinobst wie Pflaumen, Kirschen und Nektarinen und Pilze.
Fachmesse: IPD auf der Fruit Logistica in Berlin
Die Initiative zur Importförderdung stellt das große Angebot im Sektor Frisches Obst & Gemüse auf der internationalen Fachmesse Fruit Logistica vor, die vom 8. bis 10. Februar in Berlin stattfindet. Über 20 Unternehmen aus Ägypten, Côte d’Ivoire, Ecuador, Ghana, Kenia, Kolumbien, Marokko, Peru, Senegal, Vietnam und der Ukraine sind auf dem IPD Messestand vertreten.
IPD auf der Fruit Logistica: Halle 25 C03
Alle Informationen über die IPD Firmen und ihr Angebot auf der Fruit Logistica finden Sie in der kostenfreien IPD Lieferanten-Broschüre, hierzum Download bereit liegt:
Kontakt:Thomas Derstadt, IPD Spezialist Sourcing + Märkte im Bereich „Frisches Obst und Gemüse“, E-Mail: derstadt@importpromotiondesk.de, www.importpromotiondesk.de


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