Sektoruntersuchung Großhandel vorgestellt
Der Groß- und Außenhandel ist dabei auf gutem Wege. Die Sicherung der Lieferketten ist aktuell die zentrale strategische Herausforderung: Diese gilt es verlässlich, belastbar und nachhaltig zu gestalten.
„Unsere Unternehmen müssen dabei Antworten auf immer schnellere und digitale Prozesse geben. Der Fachkräftemangel ist so gravierend, dass Unternehmensentwicklungen im Großhandel stark einschränkt sind,“ mahnt BGA-Chefvolkswirt Michael Alber anlässlich der BGA-Mitgliedstagung. Grundlage ist die ‚Sektoruntersuchung Großhandel – Strategisch in eine moderne und digitale Geschäftswelt‘, die der BGA gemeinsam mit Deloitte und Roland Berger vorstellte. „Eine stärkere digitale Präsenz und kundenorientierte Dienstleistungen rund um den klassischen Handel werden für die operative Ausrichtung immer wichtiger. Voraussetzung dafür sind motivierte und kontinuierlich weitergebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,“ fasst Alber die Ergebnisse zusammen.
Alber weiter: „Neben der Fachkräfteverfügbarkeit (94 Prozent) als größte Herausforderung belastet die Großhändler mit 90 Prozent dicht auf die Sicherung der Lieferketten sowie die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung (86 Prozent). Einigkeit besteht unter den Unternehmen: die Bedeutung digitaler Vertriebskanäle wird zunehmen, daraus erwarten 30 Prozent Wachstum. In der Folge reagiert mehr als die Hälfte mit einer Optimierung ihres Kerngeschäfts in Lagerhaltung, Beschaffung, Einkauf und Vertrieb. Drei Viertel sehen eine hervorgehobene Bedeutung in Beratungs- und Serviceleistungen. Seit der letzten Studie 2016 hat der überwiegende Teil der Großhändler bereits Digitalisierungsmaßnahmen umgesetzt. Allerdings stimmen sie in einem Aspekt überein: Eine Kundenbeziehung lässt sich nicht vollständig digitalisieren.“
Die Unternehmen sehen bei einem zentralen Handlungsfeld Nachholbedarf: Weniger als 16 Prozent gaben an, in den letzten drei Jahren eine Optimierung des Working Capital Management vorgenommen zu haben. Umso mehr schränken daher heute neben der teuren Energie die erhöhten Preise für die Beschaffung von Warenvorräten die Großhändler in ihren Geschäftsaktivitäten ein. 83 Prozent der Befragten drückt der starke Anstieg der Einkaufspreise. Die Sicherung einer ausreichenden, risikoorientierten Liquiditätsausstattung, Kostendisziplin sowie Monitoring von Beschaffungs- und Absatzmärkten gehören künftig zu den entscheidenden Aufgaben. Dies resultiert nicht zuletzt aus den Folgen des Ukraine-Krieges auf Preisentwicklung und die Verfügbarkeit von Rohstoffen, Vorprodukten und Gütern.
„Gleichzeitig wird deutlich, dass der Groß- und Außenhandel vielfältig auf die Konsequenzen des Krieges reagiert hat. Mehr als die Hälfte der Unternehmen setzen dies durch Anpassungen der Beschaffungs- und Vertriebswege um. In Bezug auf die politischen Maßnahmen fordern gut ein Drittel der Unternehmen bessere Anreize für Investitionen in Energieeffizienz und -erzeugung, Entlastungen bei Steuern und Abgaben sowie den Abbau von Bürokratie und die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Der BGA erwartet vor diesem Hintergrund, dass die Politik die rechtlichen Rahmenbedingungen wachstums-, innovations- und beschäftigungsfördernd fortentwickelt, so dass der Groß- und Außenhandel auch künftig seine Aufgaben auf einem besseren Fundament erfüllen kann,“ fordert Alber abschließend.
Link zur Studie: https://lmy.de/iWpWe


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