Update zur EUDR
Die dänische Ratspräsidentschaft hat am 10. November 2025 einen Vorschlag für ein Verhandlungsmandat vorgelegt, das als Grundlage für Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament (EP) über den Vorschlag der EU-Kommission vom 21. Oktober 2025 zur Änderung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) dienen soll.
Dieser sieht vor, den Anwendungsbeginn der EUDR für alle Unternehmen um ein Jahr zu verschieben. Weiter sollen die im Vorschlag der EU-Kommission vorgesehenen inhaltlichen Vereinfachungen beibehalten werden. Insbesondere sollen demnach Marktteilnehmer und Händler der nachgelagerten Lieferkette nicht mehr verpflichtet sein, Sorgfaltserklärungen vorzulegen.
Der Vorschlag, den Anwendungsbeginn für alle Unternehmen um ein Jahr zu verschieben, stellt eine Verbesserung gegenüber dem jüngsten Vorschlag der EU-Kommission dar. Diese hatte vorgeschlagen, dass der Anwendungsbeginn nur für Kleinst- und Kleinunternehmen auf den 30. Dezember 2026 verschoben werden soll. Mittlere und Großunternehmen sollen laut Kommissionsvorschlag jedoch bereits ab dem 30. Dezember 2025 umsetzen (wenn auch „erleichtert“ durch eine sogenannte „grace periode“, in der festgestellte Verstöße nicht geahndet werden sollen).
Der Vorschlag, die inhaltlichen Vereinfachungen aus dem Kommissions-Entwurf unverändert beizubehalten, geht jedoch nicht weit genug. Der BGA hat zuletzt in dieser Woche mit neun anderen Verbänden aus der AG Mittelstand in einem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen gefordert, die EUDR inhaltlich so umzugestalten, dass sie auch von KMU mit wenigen Mitarbeitenden und ohne eigene Rechtsabteilung umgesetzt werden kann. So muss die Risikoeinstufung der Herkunftsländer und -regionen vom Entwaldungsrisiko abhängen. Erzeuger aus Regionen ohne Entwaldungsrisiko müssen durch die Einführung einer Null-Risiko-Variante von den Nachweispflichten ausgenommen werden. Hier geht es zum Brief.
Den Importer-only-Ansatz der Kommission unterstützen wir ausdrücklich, fordern darüber hinaus jedoch, dass die Pflichten für die nachgelagerte Lieferkette vollständig entfallen und verarbeitete Produkte aus der EUDR herausgenommen werden, um tatsächliche Entlastung zu schaffen. Weiter müssen die von der EUDR geforderten umfangreichen Legalitätsnachweise, die sich inhaltlich mit Anforderungen anderer EU-Regulierung überschneiden, mit diesen harmonisiert werden, um Unternehmen zu entlasten. Ebenso müssen internationale Standards und Zertifizierungen als Legalitätsnachweis anerkannt werden.
Damit die Änderungsverordnung rechtzeitige verabschiedet werden kann, ist es erforderlich, dass sowohl der Rat als auch das EP einem beschleunigten Verfahren zustimmen. Die letzte Möglichkeit für eine Abstimmung über eine Änderung der EUDR im EP besteht Mitte Dezember.


Sebastian Werren
Abteilungsleiter Agrar + Ernährungswirtschaft
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 561
sebastian.werren@bga.de

Außenhandel setzt weiter auf Reformen
Volatile Zahlen zeigen Zustand der deutschen Wirtschaft
mehr
BGA-Unternehmertag 2026
Unter dem Motto "Systemrelevant." begrüßen wir am 15. September unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz. Seien Sie dabei.
mehr
Neue Belastungen statt echter Entlastung
BGA kritisiert Steuerreform
mehr
Ananas, Süßkartoffeln, Software, Biokohle – und ein Kindergarten.
Erfolgreiche Fortschrittsprüfung bei PartnerAfrica-Projekt des BGA in Ghana
mehr
Datenkooperation und Data Spaces entlang von Lieferketten
BGA, Ferdinand Steinbeis Institut und Universität Ulm starten Kooperationsprojekt
mehr
22. Sanktionspaket in Vorbereitung:
EU will Druck auf Russland weiter erhöhen
mehr
BGHW startet Initiative für mehr Wertschätzung im Arbeitsalltag
Freundlichkeit und Respekt sind wichtige Voraussetzungen für ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld.
mehr
Verschenkte Chance statt Reform
Weder Wachstum noch Entlastung.
mehr
Abteilungsleitung (m/w/d) für die Bereiche Arbeit und Soziales sowie Berufliche Bildung
Zum 1. November 2026 suchen wir in Vollzeit eine Abteilungsleitung (m/w/d) mit Verantwortung für die Bereiche Arbeit und Soziales sowie Berufliche Bildung.
mehr
CO₂-Zertifikatehandel betrifft zunehmend den Außenhandel
Vom Industrie- zum Handelsthema
mehr
Zugang zum Fahrer-Beruf wird erleichtert
Wichtiger Schritt gegen den Fahrermangel
mehr
BGA-Konjunkturumfrage zur Jahresmitte 2026 startet in Kürze
Sie geht vom 3. – 24. August 2026
mehr
CBAM: BGA fordert praxistaugliche Regeln für den Kauf und Rückkauf von Zertifikaten
Lediglich einen Rückkaufsantrag pro Jahr stellen können ist zu wenig.
mehr
Weniger Bürokratie, mehr Tempo für (Groß) Handel und Logistik
Verkehrsreformen beschlossen
mehr
EU-Bauproduktenverordnung: BGA sieht Nachbesserungsbedarf
Deutliche Belastungen für kleine und mittlere Unternehmen
mehr
Aktuelle Entwicklungen zum Vereinfachungspaket
BGA-Webinar zum EUDR-Vereinfachungspaket
mehr
Was ab Freitag gelten könnte
US-Zölle vor dem nächsten Umbau
mehr
EU und Mexiko modernisieren ihre Handelsbeziehungen
EU-Rat hat dem Interims-Handelsabkommen zugestimmt
mehr
Erster wegweisender Tarifabschluss im Groß- und Außenhandel in Bayern
Es ist davon auszugehen, dass dieses Ergebnis Grundlage für weitere Abschlüsse in den anderen Tarifgebieten sein wird.
mehr
Entlastungspaket: Der große Hebel fehlt
Für den Groß- und Außenhandel bleibt das Paket deutlich hinter den Erwartungen zurück.
mehr