Bundesregierung hebt Wachstumsprognose an
Die Bundesregierung blickt etwas optimistischer auf die Konjunktur: In ihrer am 8. Oktober 2026 vorgelegten Herbstprojektion hebt sie die Wachstumserwartung für 2026 auf 1,3 Prozent an – 0,8 Prozentpunkte mehr als noch im Frühjahr. Für 2027 rechnet sie mit einem Wachstum von 1,1 Prozent, für 2028 allerdings nur noch mit 0,6 Prozent. Die Erholung steht auf wackeligen Füßen: Sie wird vor allem von den Ausfuhren und staatlichen Mehrausgaben für Infrastruktur und Verteidigung getragen. Der private Konsum und die Investitionen bleiben dagegen schwach.
Hohe Preise, schwacher Arbeitsmarkt
Bei den Verbraucherpreisen ist vorerst keine durchgreifende Entspannung in Sicht. Die Bundesregierung erwartet für 2026 einen Anstieg um 2,7 Prozent und für 2027 um 3,0 Prozent. Erst 2028 soll sich die Teuerung auf 2,2 Prozent abschwächen. Die privaten Konsumausgaben wachsen real nur verhalten: um 0,3 Prozent im laufenden Jahr und jeweils 0,5 Prozent in den beiden Folgejahren.
Auch der Arbeitsmarkt bleibt unter Druck. Die Erwerbstätigkeit soll bis 2028 jährlich zurückgehen. Die Arbeitslosenquote steigt von 6,3 Prozent im Jahr 2025 auf 6,4 Prozent, bevor sie 2028 auf 6,2 Prozent sinkt. Die Bruttolöhne und -gehälter dürften 2026 um 3,6 Prozent zulegen, die Produktivität je Erwerbstätigenstunde jährlich um 1,3 bis 1,4 Prozent.
Hinzu kommt: Ein Teil der erwarteten Erholung beruht auf einem vorübergehenden Sondereffekt – der Aufstockung von Lagerbeständen bei energieintensiven, in Deutschland produzierten Gütern. Die Prognose bleibt zudem mit erheblichen Risiken behaftet, insbesondere angesichts der Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine.
BGA: Wachstum braucht strukturelle Reformen
Für den BGA ist die angehobene Prognose kein Grund zur Entwarnung. Das Wachstum bleibt fragil und dürfte bereits 2028 wieder deutlich nachlassen. Auch die schuldenfinanzierten Mehrausgaben für Infrastruktur und Verteidigung entfalten nach Einschätzung des BGA bislang nur eine begrenzte Breitenwirkung. Der Großhandel und die unternehmensnahen Dienstleister profitieren davon kaum. Ohne die überfälligen strukturellen Reformen drohen die zusätzlichen Mittel, ihre Wirkung zu verfehlen.
Der BGA fordert deshalb spürbare Entlastungen bei Kosten, Steuern und Abgaben sowie einen konsequenten Bürokratieabbau. Nur wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nachhaltig verbessern, können Unternehmen wieder mehr in Deutschland investieren und neue Arbeitsplätze schaffen.


Michael Alber
Geschäftsführer
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 571
michael.alber@bga.de

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